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Nina & Nori

Es war 1992 als ich von einer Freundin gebeten wurde, auf Ihren Rüden "Nori" ca. 6 Wochen lang wegen einer Urlaubsreise aufzupassen.

Nori war schon lange ein Traum von mir, aber er gehörte eben nicht mir. Deshalb hat es mich umso mehr gefreut, als ich endlich die Gelegenheit hatte, so lange diesen traumhaften Hund bei mir wohnen zu haben.

Unverträglich mit anderen Rüden, Hasen und Rehe jagend zog er dann bei mir ein. Es waren wunderschöne 6 Wochen, denn nur nach kurzer Zeit waren seine besten Freunde die anderen Rüden aus der Nachbarschaft und das Jagen gehörte auch der Vergangenheit an.

Als diese 6 Wochen vorbei waren, wunderte ich mich nur, warum meine damalige Freundin sich immer noch nicht bei mir gemeldet hatte. Nun gut, konnte ja sein, dass sie immer noch im Urlaub ist und ich machte mir keine großen Gedanken.

Nach ca. 2,5 Monaten traf ich besagte Freundin in der Stadt und sie teilte mir mit, dass die Nori nicht mehr haben wolle (davon abgesehen hätte ich ihn sowieso nicht mehr hergegeben).

Erstaunlich war, dass Nori keinerlei Regung zeigte als wir sie trafen! Er freute sich nicht, beachtete sie nicht. Er stand nur neben mir und schaute mich an.

Dann war alles klar, er zog fest bei mir ein.

Leider hatte ich ihn nur kurze 3 Jahre, da er Lymphdrüsenkrebs bekam. Er ging über die Regenbogenbrücke und schickte mir kurz darauf den wunderbaren Hund "Nina".

Es war reiner Zufall, dass Nina in mein Leben trat. Ich war schwanger mit meinem Sohn Niclas(1995) und war so einsam nach ein paar Wochen ohne Hund! Ich fuhr mit einem Bekannten die Tierheime in der Umgebung ab, aber es war kein Hund dabei, der auch kinderlieb war und vor allen Dingen "einer bestimmten Rasse angehörte".

Wir fuhren ins Hattersheimer Tierheim, schauten uns um, aber auch hier kein Hund, der mir zugesagt hätte. Als wir wieder am hinaus gehen waren, kam ein junges Pärchen hinein und wollten einen Welpen. Die TH Leiterin meinte nur, dass sie keine hätten, aber am Nachmittag eine 12 Wochen alte American Staffordshire Hündin gebracht werden würde. Ich machte sofort kehrt und rief der Leiterin zu, dass ich diesen Hund ungesehen nehmen würde!

Sie solle den Hund nicht weggeben, ich käme am Nachmittag nach der Arbeit und würde den Hund anschauen usw.!

Ein bisschen ungläubig nickte sie nur (Vielen Dank auch noch mal an Uschi Riem, mit der ich auch heute noch losen Kontakt habe).

Ich fuhr dann am Nachmittag nach Hattersheim, setze mich in den Auslauf und ein kleiner gestromter Wirbelwind kam auf mich zugesaust und tobte nicht nur mit mir, sondern auch auf mir herum.
Auf die Frage, wie die Hündin denn heißen würde, kam die Antwort, "Nora"!! Wie bitte? Ich war sehr ungläubig und erklärte Uschi auch gleich, dass ich bis vor kurzem einen Rüden hatte, der "Nori" hieß.

Natürlich war nach so einem Zufall alles klar und Nina zog bei mir ein.

Es folgten 11 wunderschöne Jahre. 11 Jahre in denen Nina mein Leben, mit allen Höhen und Tiefen, als wunderbarer Freund begleitet hat.

Auch die große Angst im Jahr 2000, als das Kind Volkan in Hamburg tödlich durch Hundebisse verletzt wurde, war natürlich da. Was würde mit unseren "Kampfhunden" passieren. Die Politiker forderten eine kurze Zeit, dass all diese Hunde ohne Ausnahme getötet werden müssten.

Ich und auch viele andere Hundehalter trauten sich mit ihren Hunden nicht mehr auf die Straße. Beschimpft und beleidigt wurde man, teilweise mit Steinen beworfen, sogar wenn die Kinder dabei waren (unfassbar, aber leider wahr!).

Wir haben das überstanden, haben alle Wesenstests und Sachkundeprüfungen durchlaufen, erfüllten alle Auflagen, damit bloß nicht jemand etwas Böses will und mir meinen Hund nehmen konnte.

2003 dann die Diagnose Blasentumor! Die Welt ist für mich zusammen gebrochen, denn man konnte nichts dagegen tun. Der Tumor war bösartig und wir konnten nur die Schmerzen mildern, aber nicht heilen.

Im Oktober 2006 ging auch sie über die Regenbogenbrücke! Unsere Tierärztin kam zu uns nach Hause. Alles war ruhig, ich versuchte nicht zu weinen, wollte auch mal stark sein für diese tolle Hündin. Als Fr. Dr. Schröder die Injektion setzte, sah Nina mich noch einmal an, hob den Kopf und sagte nur leise "Tschüss, bis irgendwann"!

Immer wieder denke ich daran, wie Nina aus der Lahn riesige Steine geholt und schaumig geschlabbert hat. Wie sie die Katzenbabies groß gezogen hat, wie tolerant sie mit den Kindern war und wie sehr sie diese geliebt hat (anders herum natürlich auch).

Nina hatte viele Spitznamen und fast täglich kamen neue dazu: Nina Nutzel, Nutzelchen, Ömchen, Dick Muck usw.. Ich weiß auch, dass Nina immer noch da ist und vor allem, dass sie mir unsere Mudi Hündin Flora "geschickt" hat.

Ich werde Dich immer vermissen Ömchen, bleib noch eine Zeit bei mir und begleite mich. Wir sehen uns irgendwann wieder, ganz sicher. Dann wird es auch Zeit, dass ich mich bei Dir für alle Fehler, ob nun große, oder kleine, entschuldigen werde. Ich weiß aber, dass ich diese Chance von Dir bekommen werde.

Ich liebe Dich und Grüße Nori von mir und vor allen Dingen, "benimm Dich" (unser eigenes "Abbruchsignal").

Es grüßen Dich auch Deine Freunde Speedy, Azora (die Du ohne mit der Wimper zu zucken akzeptiert hast), Ambros und Debby, die wir nur haben weil wir Dich hatten.

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